Medizinrecht

Das Medizinrecht wurde vorrangig in den letzten Jahren immer bedeutender. Es handelt sich dabei um ein Rechtsgebiet mit Einflüssen aus dem öffentlichen Recht, dem Privatrecht und auch dem Strafrecht. Behandlungsverträge und Allgemeine Geschäftsbedingungen sind mittlerweile Standard im medizinischen Alltag. Die Geltendmachung von Behandlungsfehlern steigt stetig und Angehörige der Heilberufe müssen sich mit weitreichenden Haftungsrisiken auseinandersetzen. Dies gilt dabei auch für Krankenhäuser und großen Praxen im Rahmen des Organisationsverschuldens. (Auch) Genauso ziehen sich sozialrechtliche Aspekte – vor allem SGB V- durch den medizinrechtlichen Sektor. Dazu kommen die Abrechnungen mit Krankenkassen, die Zulassung als Vertragsarzt und die jeweils gültigen Gebührenverordnungen. Der Umfang des Medizinrechts ist fast so groß wie seine alltägliche praktische Bedeutung. Anwälte müssen sich daher nicht nur detailliert auf den allgemeinen Rechtsgebieten auskennen, sondern müssen auch das nötige Spezialwissen mitbringen. Die Vernetzung und disziplinübergreifenden Themen erfordern genaues Arbeiten und zielorientierte Beratung.


Arzt- und Medizinstrafrecht

In kaum einem strafrechtlichen Fachgebiet sind die Nebenfolgen von möglichen Straftaten so beachtlich wie im Medizinstrafrecht. Dies gilt nicht nur für Ärzte, sondern auch für Pflegekräfte und andere angehörige von Heilberufen. Falsche Abrechnungen und Behandlungsfehler sind dabei die bekanntesten Vorwürfe, aber längst nicht die praktisch relevantesten. Unterlassene Hilfeleistung, Körperverletzung durch Behandlungsfehler, Verstöße gegen die Schweigepflicht, rechtswidriges Verschreiben von Betäubungsmittel und die hochumstrittene Sterbehilfe sind kaum beachtete, aber höchst brisante Anknüpfungspunkte für mögliche Straftaten. Hier sind Spezialkenntnisse gefragt, die weit über das normale Strafrecht hinausgehen. Denn meistens kämpft man nicht nur gegen die Ermittlungsbehörden, sondern auch gegen die jeweils zuständige Kammer der Beschuldigten.